Kiew Panorama

Deutsche Beratergruppe Ukraine

Projektziel

Auftrag der Deutschen Beratergruppe Ukraine ist die kontinuierliche Begleitung von wirtschaftlichen Reformen in der Ukraine und die Unterstützung ukrainischer Institutionen in wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozessen in Form von konkreten Handlungsempfehlungen.

Übergeordnetes Ziel der Deutschen Beratergruppe ist die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen in der Ukraine, die durch eine verstärkte Integration in die Weltwirtschaft und die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erreicht werden soll.

Neben der wirtschaftspolitischen Beratung informiert das Team die Öffentlichkeit und relevanten Institutionen und Organisationen über wirtschaftspolitische Themen und andere aktuelle Entwicklungen.

Hintergrund

Bei Gesprächen zwischen den damaligen Regierungschefs Helmut Kohl und Leonid Kutschma wurde die Unterstützung der Ukraine bei ihrem Transformationsprozess durch ein deutsches Beratungsteam beschlossen. Erstes Beratungsthema wurde die Einführung der nationalen Währung Hrywnja, bei der die Ukraine von der deutschen Erfahrung der D-Mark-Einführung profitieren sollte.

Neben der Unterstützung bei der Währungsreform bestand auf der ukrainischen Seite große Nachfrage nach Beratung zu weiteren Fragen der wirtschaftspolitischen Transformation. Die Deutsche Beratergruppe Ukraine begleitet deshalb kontinuierlich seit 1994 den wirtschaftlichen Reformprozess der Ukraine. Seit 2006 ist durchgehend Berlin Economics mit der Durchführung des Projekts beauftragt. Das Beratungsangebot ist dabei nicht auf Themen der Transformation beschränkt, sondern bezieht sich auf alle aktuellen Fragen der Wirtschaftspolitik.

Beratungsschwerpunkte der Deutschen Beratergruppe Ukraine

Makroökonomische Analysen

  • Geld- und Wechselkurspolitik
  • Finanzpolitik und Schuldenmanagement
  • Handels- und Integrationspolitik

Finanzmarktentwicklung

  • Bankensektor und Entwicklung lokaler Kapitalmärkte
  • Finanzmarktregulierung und -aufsicht

Energiewirtschaft

  • Entwicklungsperspektiven der Gas- und Ölindustrie sowie der Stromerzeugung
  • Steigerung der Energieeffizienz

Infrastruktur und Versorgungswirtschaft

  • Privatisierungen, Public-Private-Partnerships (PPP)
  • Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Sozial- und Gesundheitspolitik

  • Konzeption, Beurteilung und Umsetzung sozial- und gesundheitspolitischer Maßnahmen
  • Reform der Altersvorsorge

Unser Ansatz

Wie in allen von Berlin Economics durchgeführten Projekten achten wir auch als Deutsche Beratergruppe streng auf die Qualität unserer Beratung anhand von Qualitätsmerkmalen (link zum Mission Statement, auf den Anker zu Beratungskonzept).

Konkret bieten wir den ukrainischen Zielinstitutionen nach einer entsprechenden Anfrage unabhängige Analysen und Beurteilungen von Politikvorhaben, die wir hochrangigen Entscheidungsträgern der ukrainischen Regierung präsentieren. Basierend auf unseren Analysen und Assessments erarbeiten wir konkrete und nachvollziehbare Handlungsempfehlungen.

Alle unsere Beratungsmaterialien werden nach Freigabe durch die ukrainische Seite veröffentlicht. Dieses frei zugängliche Informationsangebot umfasst Beraterpapiere, Technische Analysen, Policy Briefings, Konferenzbeiträge und -präsentationen.

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Seit 2006 ist Berlin Economics mit der Durchführung des Projekts “Deutsche Beratergruppe Ukraine” beauftragt, und seither achten wir auf den beständigen Ausbau der projektbezogenen Öffentlichkeitsarbeit. Unseren Auftrag verstehen wir auch darin, mit unserer Landeskenntnis und detailliertem Verständnis für Entwicklungen in der Ukraine zur Versachlichung der Debatte in und um das Land beizutragen.

Aus diesem Grund veröffentlichen wir seit 2008 regelmäßig einen Newsletter zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen der Ukraine, in dem wir unsere Analysen und die entsprechenden Empfehlungen vorstellen. Der Newsletter erscheint regelmäßig in deutsch und englisch und setzt seither europaweit wichtige Referenzpunkte in der öffentlichen Diskussion.

Zusätzlich haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, unser Wissen auch in deutschen Institutionen nutzbar zu machen. Das betrifft sowohl staatliche Institutionen als auch unabhängige Think Tanks, politische Stiftungen und Wirtschaftsverbände. Ein von uns entwickeltes Instrument hierfür ist neben dem Publikationsversand an die entsprechenden Arbeitsbereiche eine halbjährliche Informationsveranstaltung zur Regierungsberatung in der Ukraine im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Hier informieren wir über die allgemeine wirtschaftliche Lage der Ukraine, aktuelle Entwicklungen und beantworten spezifische Fragen. Der Öffentlichkeit machen wir unsere Beiträge in Form des Wirtschaftsausblicks Ukraine zugänglich.

 


Beispielhafte Arbeitsprobe

In den letzten Jahren ist insbesondere die Handelspolitik der Ukraine zu einem Beratungsschwerpunkt geworden. Vor dem Hintergrund der Verhandlungen des Deep and Comprehensive Free Trade Agreement (DCFTA) zwischen EU und Ukraine wurde schnell klar, dass neben der Beratung zu handelspolitischen Fragen in der Ukraine auch dringender Aufklärungsbedarf auf beiden Seiten besteht.

In der öffentlichen Diskussion herrschen in Bezug auf das DCFTA bis heute viele Missverständnisse. Berlin Economics hat es sich deshalb als Deutsche Beratergruppe zur Aufgabe gemacht, zur Versachlichung der Debatte rund um die Ukraine beizutragen.

In einer strategischen Partnerschaft mit dem east forum Berlin präsentiert Berlin Economics jährlich zu Themen der öffentlichen Diskussion, bei denen wir dringenden Informationsbedarf sehen.

eat forum Berlin

Der Leiter der Deutschen Beratergruppe Ukraine Ricardo Giucci beim east forum 2016

Im ereignisreichen Jahr 2014 präsentierte Ricardo Giucci auf dem 2. east forum Berlin zu den Möglichkeiten eines Landes wie der Ukraine, parallele Freihandelsabkommen mit der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) abzuschließen (Kompatibilitätsdebatte). Die Präsentation konnte erfolgreich den öffentlichen Eindruck einer Entweder-Oder-Entscheidung zwischen Handelsbeziehungen mit “Ost oder West” entkräften. Die Ergebnisse unserer Analysen zu Vereinbarkeit und wirtschaftlichem Nutzen von gleichzeitigen Freihandelsabkommen wurden u.a. im Beisein des ukrainischen Wirtschaftsministers Scheremeta und des russischen Vize-Premierministers Schuwalow vorgetragen, die weiteres Gesprächsinteresse signalisierten.

Eastern Partnership countries between East and West Perspectives and challenges

In der Präsentation auf dem 3. east forum Berlin lag der Fokus auf der Wirtschaftskrise in der Ukraine. Im Panel “(Re)Buidling Ukraine” gab Ricardo Giucci einen Überblick über wirtschaftspolitische Reformen in der Ukraine und ein Statement zu ihrem Beitrag zur makroökonomischen Stabilisierung des Landes und zu weiterem Reformbedarf. Hintergrund zur Themenwahl war der damals diskutierte drohende Staatsbankrott, das IWF-Programm und die wahrgenommene fehlende Reformbereitschaft der ukrainischen Regierung.

Economic reforms aimed at external stabilisation. A progress assessment

Das 4. east forum widmete sich den veränderten politischen und wirtschaftlichen Realitäten zwischen der EU und Osteuropa, Themenschwerpunkt war die wirtschaftliche Zukunft Europas und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen EU und EAWU. In einem Panel zu Handelsbeziehungen präsentierte Ricardo Giucci die ersten Ergebnisse zur Wirkung der Freihandelsabkommen zwischen EU und Ukraine, Georgien und Moldau. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung bleiben die DCFTA wirkungslos: Insbesondere die ukrainischen Exporteure müssen deutliche Exportrückgänge verbuchen. Dies betrifft allerdings nur die nominalen Exporte – unsere Berechnungen zeigen, dass die Exporte in die EU real teilweise deutlich steigen. Ursache für den öffentlich viel zitierten Rückgang der Exporte ist in erster Linie der Rückgang von Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt. Insofern lässt sich eine real positive Wirkung der DCFTA auf die Exporte in die EU feststellen.

Das 4. east forum

Newsletter 92/2016 „Ukrainische Exporte in die EU: Positive Wirkung des DCFTA?“

Die Informationsarbeit der Deutschen Beratergruppe besteht über das east forum hinaus in zahlreichen Vorträgen vorrangig in Deutschland und der Ukraine, aber auch in anderen EU-Staaten. So tragen wir dazu bei, dass das Wissen der Deutschen Beratergruppe zur effektiven Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen EU und der Ukraine genutzt wird. Darüber hinaus bauen wir die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Beratergruppe kontinuierlich aus. So erfüllen wir unseren Beitrag zu einer auf empirischen Fakten beruhenden Debatte um die Ukraine.

Partner

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