Initiative S2I

Energieeffiziente Ukraine

 

Projektziel

Das übergreifende Projektziel ist die graduelle Umorientierung von massiven Subventionen im kommunalen Gas- und Wärmebereich der Ukraine hin zur Förderung von Investitionen in die Energieeffizienz im Wohngebäudebestand. So sollen Energiekonsum und damit die Kosten der Haushalte nachhaltig reduziert werden.

Dieses Ziel soll durch das “Subsidies to Investments”-Programm (S2I) erreicht werden, das mit Unterstützung ausländischer Geber entwickelt wird.

Berlin Economics begleitet Entwicklung und Implementierung der Reforminitiative und ist für die konzeptionnelle und technische Unterstützung verantwortlich.

 

Hintergrund

Im internationalen Vergleich zeigt die ukrainische Wirtschaft eine sehr hohe Energieintensität. Insbesondere die Gas-Importe trugen in der Vergangenheit zu hohen Leistungsbilanzdefiziten bei, die sich negativ auf die makroökonomische Stabilität auswirken. Der Staatshaushalt wird zusätzlich durch Subventionen an bestimmte Konsumentengruppen massiv belastet.

Um dieses langjährig bestehende Subventionssystem zu reformieren, wurde eine umfangreiche Reformagenda durch die ukrainische Regierung entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) stellt dieses Reformvorhaben eine der obersten Prioritäten dar. Die Reformagenda sieht das graduelle Anheben der Energiepreise auf ein kostendeckendes Niveau vor. Ergänzt wird diese Preisanhebung durch direkte Transfers an bedürftige Haushalte, die die neuen Tarife nicht zahlen können.

Gleichzeitig muss die Energieeffizienz in den Wohneinheiten verbessert werden, um den Energiekonsum zu reduzieren. So werden sowohl Haushalte bei ihren Energierechnungen als auch der Staatshaushalt entlastet.

 

Beitrag von Berlin Economics

 

Taskforce mit Hroysman

Arbeitstreffen mit Regierungsvertretern, 2014

 

 – Unterstützung im Management des Reformprozesses

In Arbeitsgruppen mit den betroffenen Interessengruppen wurde die Initiative weiterentwickelt und ausgebaut. Durch regelmäßige Treffen mit der Regierung auf höchster Ebene steht das Projektteam in ständigem Kontakt mit den relevanten politischen Akteuren. Insbesondere durch die Teilnahme an einer vom Vize-Premierminister geleiteten Arbeitsgruppe wird das Themenwissen weit verbreitet.

In Deutschland wird den Auftraggebern regelmäßig über die Fortschritte des Projekts und der Reforminitiative Bericht erstattet und Informationsmaterialien zusammengestellt.

 

 

 – Konkrete konzeptionelle Unterstützung

Bewertung der Reformagenda…

Die breit konzipierte Reformagenda wurde durch Berlin Economics in ihren wirtschaftlichen, finanziellen und ökologischen Konsequenzen für den ukrainischen Staat und auch die Wirtschaft bewertet. Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und Reform-Verpflichtungen gegenüber dem IWF wurden bei dieser Beurteilung berücksichtigt.

…für verschiedene Szenarien

In einem weiteren Schritt berechnete Berlin Economics mithilfe von finanzwirtschaftlichen und ökonomischen Modellen die

  • Gesamtinvestitionen
  • Energieeinsparungen
  • Energiekostenreduktion
  • Ersparnisse durch Sozialtransfers
  • Handelsbilanzeffekte


des Programms für verschiedene Szenarien. Zunächst unterzog Berlin Economics die verschiedene Energieeffizienzmaßnahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse. Darauf basierend wurden die effektivsten Maßnahmen und Investitionsvorhaben identifiziert.

Diese Analyse wurde im Folgenden für politische Entscheidungen im Kontext der Energiereformen, zur Sensibilisierung der Bevölkerung für energiepolitische Fragen, und in der politischen Interessenvertretung genutzt.

Identifizierung von Anreizstrukturen

Eine Schlüsselaufgabe unserer analytischen Arbeit war die Identifizierung finanzieller Anreizstrukturen zur Investition in Energieeffizienzmaßnahmen von Empfängern der Subventionen. Dafür haben wir zunächst mittelfristige Prognosen für energiebezogene Sozialtransferausgaben erstellt und konnten so bestimmen, welchen Anteil die Subventionen in den Energiekosten ausmachten. In einem weiteren Schritt konnten wir dann die Höhe der potentiellen Kostenersparnisse durch höhere Energieeffizienz ermitteln.

Die Herausforderung in dieser Aufgabe lag in der Ermittlung einer Balance zwischen finanzieller Unterstützung pro Haushalt, die in Energieersparnis resultieren sollte, der Bereitschaft zur Investition und Sozialtransfereinsparungen – und somit den Resultaten des S2I-Fonds selbst.

Auswertung und Beratung

Das beratende Team gab konkrete Empfehlungen zu Änderungen am derzeitigen Subventionssystem ab, um Subventionsempfängern Anreize zu geben, in Energiesparmaßnahmen zu investieren.

Zusätzlich berät das Team zu Fragen der institutionellen Gestaltung des S2I-Programms, insbesondere zum geplanten inländischen Finanzierungsfonds. Dies beinhaltet Fragen der nachhaltigen Finanzierung durch verschiedene inlänische und ausländische öffentliche Geber, sowie zu möglichen privaten Geldgebern.

Die weiterführende Projektarbeit besteht für Berlin Economics in der Konzeption von Teil-Entwürfen und die institutionellen Rahmenbedingungen der Initiative. Das Ziel besteht in einem gemeinsamen Konzept, das sowohl von den Gebern als auch vom Ministerkabinett der ukrainischen Regierung unterstützt wird.

 

Partner

  • Ministerium für Regionalentwicklung, Bau und Wohnungswesen und Kommunaldienste der Ukraine
  • Finanzministerium der Ukraine
  • Ministerium für Sozialpolitik der Ukraine
  • Staatliche Agentur für Energieeffizienz und Energieersparnis (SAEE)
  • Europäische Delegation in der Ukraine
  • Internationale Finanzinstitutionen wie EBRD und IFC