Energie und Energieeffizienz

 

Die Energieversorgung ist in allen osteuropäischen Transformationsländern ein außerordentlich wichtiges Thema. Beratungsbedarf besteht nicht nur zu rein wirtschaftspolitischen Fragen nach optimalen Energiemixen und Marktmodellen, sondern auch darüber hinaus.

Insbesondere die hohe Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland macht Energiepolitik auch zu einem außen- und sicherheitspolitischen Thema. Für die EU sind dabei die wichtigen Transitrouten von Russland in die EU über die Ukraine, Belarus und Moldau von besonderem Interesse.

Durch die traditionelle Subvention der Energiepreise hat die Energieversorgung auch eine starke sozialpolitische und fiskalische Dimension. Diese massive Umverteilung macht die Energiesektoren wiederum besonders anfällig für Korruption – bis in höchste staatliche Ebenen.

Stabilisierende Reformen

Ohne tiefgreifende Reformen im Energiesektor sind die osteuropäischen Transformationsländer nicht in der Lage, sich in makroökonomisch und politisch stabile, außenpolitisch unabhängige und wirtschaftlich prosperierende Volkswirtschaften zu entwickeln. Sowohl der Erfolg der Transformation als auch die Stabilität der europäischen Energieversorgung hängen somit direkt von der Entwicklung der Energiesektoren in den Ländern ab.

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Modernisierung

Mangelnde Investitionen in Versorgungssysteme und Energiesparmaßnahmen sowie Preise unter Kostendeckungsniveau verursachen einen unnötig hohen Energieverbrauch. So ist der Energieverbrauch gemessen an der Wirtschaftsleistung (und auch pro Kopf) in Osteuropa noch deutlich höher als in westlichen Ländern. Eine umfangreiche Modernisierung und Umstrukturierung der osteuropäischen Versorgungssysteme würde dabei nicht nur einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltigere wirtschaftliche und ökologische Entwicklung leisten, sondern bietet auch Exportmöglichkeiten für Unternehmen aus der EU.

Markteingriffe und Investitionsanreize

Bisher werden Investitionsanreize in den chronisch modernisierungsbedürftigen Kapitalstock (z.B. Pipelines, Stromnetze, Kraftwerke) oft durch administrative Eingriffe in den Markt aufgehoben. Subventionen von Energie, sowohl in der Erzeugung als auch im Verbrauch, verzerren effiziente Preisbildungsmechanismen und minimieren so effektiv die zu erwartenden Gewinne aus Investitionen.

Transparenz und Erwartungssicherheit

Neben der Einführung kostendeckender Preise ist die wichtigste energiepolitische Aufgabe, Glaubwürdigkeit und Erwartungssicherheit herzustellen. Nur so können die notwendigen Investitionsanreize hergestellt werden. Unsere Beratung zur effizienten Gestaltung von Energiesektoren fokussiert daher die Etablierung glaubwürdiger Rahmenbedingungen, die langfristige Planung – und damit Investitionen – erst ermöglichen.

Als Glaubwürdigkeitsanker und Investitionsanreiz kann dabei eine Mitgliedschaft in der Energy Community dienen, die die Übernahme des Energy Community Aquis und damit europäischer Energiegesetzgebung bedeutet.

Georgien, Moldau, und auch die Ukraine sind diesen Schritt gegangen – und müssen jetzt bei der Umsetzung europäischer Regelungen mit den jeweiligen regionalen Gegebenheiten unterstützt werden.

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Keine vorschnelle Deregulierung

Berlin Economics empfiehlt keine vorschnelle Deregulierung, sondern die durchdachte Auflösung langfristig nachteiliger Markteingriffe. Nur unter Rücksichtnahme auf die Möglichkeiten eines Landes können nachhaltige Strukturen etabliert werden. Dabei ist nicht nur das z.B. geographische Umfeld eines Landes, sondern auch der jeweilige Energiemix und das innenpolitische Klima ausschlaggebend.

Dass energiepolitische Reformen seit Unterzeichnung der jeweiligen Assoziierungsabkommen mit der EU Momentum gewonnen haben, manifestiert sich in häufigen und konkreten Anfragen zu spezifischen Regulierungsfragen.