Das 4. east forum Berlin 18.-19.04.2016

Das 4. east forum Berlin widmete sich den veränderten politischen und wirtschaftlichen Realitäten zwischen Europa und den Ländern im eurasischen Raum. Zur zweitägigen Diskussion zum Thema „An economic area in transition – Shaping the future between Europe and the East” trafen sich über 400 Meinungsführer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus rund 40 Ländern.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Themen wie die wirtschaftliche Zukunft Europas, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Wirtschaftsunion sowie die chinesische Seidenstraßen-Initiative. Zu den Diskutanten gehörten unter anderem die bis vor kurzem noch amtierende ukrainische Finanzministerin Natalie Jaresko, der armenische Vize-Premierminister Vache Gabrielyan, BDI-Präsident Ulrich Grillo und der russische Erste Vize-Minister für wirtschaftliche Entwicklung Alexey Likhachev sowie Vorstandsmitglieder deutscher und internationaler Unternehmen.

Im Panel „Handel“ referierte Dr. Ricardo Giucci, Leiter der Deutschen Beratergruppe Ukraine und Geschäftsführer von Berlin Economics, zu den aktuellen Handelsentwicklungen zwischen der EU und ihren östlichen Nachbarn. Der Fokus lag auf dem umfassenden Freihandelsabkommen (DCFTA) zwischen der Ukraine, Moldau, Georgien und der Europäischen Union. Giucci verwies darauf, dass die Exporte dieser Länder in die EU im Jahr 2015 sich zwar nominal nicht gut entwickelt haben, dafür aber ein Rückgang der Rohstoffpreise ursächlich ist. Real sind die Exporte in die EU gestiegen. Durch den weiteren Abbau von Handelshemmnissen sei zudem auch weiterhin eine positive Entwicklung des Handels zu erwarten.

Giucci erwähnte auch weniger positive Entwicklungen, insbesondere die Aufhebung des Freihandelsabkommens zwischen Russland und der Ukraine sowie Transitrestriktionen ukrainischer Güter nach Kasachstan durch Russland. Für die Normalisierung des Handels zwischen der EAWU und anderen Ländern der Region müsse noch einiges passieren, so Giucci.


Die Vorteile einer engeren internationalen Zusammenarbeit standen auf dem east forum im Mittelpunkt. Auch Giucci sprach über wichtige Handelsvereinbarungen und die Vorteile einer stärkeren Integration der Länder Osteuropas in die Weltwirtschaft. Es gäbe einen großen Spielraum für eine Stärkung des Handels mit Drittländern.

Die Dialogplattform east forum wird von der UniCredit, dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der METRO GROUP getragen und in Zusammenarbeit mit dem Land Berlin organisiert.

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Fotos: Marc Darchinger