Neue Studie zur Wirtschaft in Belarus

Nach einer Rezession im Jahr 2015/16 verzeichnete die belarussische Wirtschaft in den letzten Jahren eine stetige Erholung. Im Jahr 2018 erreichte das reale BIP-Wachstum mit 3% seinen Höhepunkt – die höchste Wachstumsrate seit 2012. Um zu den weiter entwickelten Volkswirtschaften aufzuschließen, muss das Wachstum aber noch weiter gestärkt werden. Insbesondere benötigt Belarus mehr Investitionen des Privatsektors. Reformen zur Verbesserung des Geschäftsklimas sind erforderlich, um diese Investitionen anzuziehen.

Hier setzt die neue Studie „Improving the Business Climate – Boosting Private Investment: Proposals from German business in Belarus” des German Economic Team Belarus in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Belarussischen Wirtschaftsclub, der Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus und dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft an.

Am 26. September wird die Studie in Minsk zum 10. Tag der Deutschen Wirtschaft in Belarus vorgestellt. Zur Veranstaltung werden bis zu 200 fachkundige Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet, hochrangige Vertreter der belarussischen Regierung und eine Delegation deutscher Unternehmensvertreter unter Leitung von Staatssekretär Dr. Ulrich Nussbaum vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Die Studie enthält 35 konkrete Reformvorschläge von Unternehmen in Belarus, die in den deutschen Wirtschaftsverbänden organisiert sind. Die Vorschläge beinhalten konkrete Lösungen für Probleme aus dem Geschäftsalltag der Unternehmen und wurden von den Ökonomen und Fachexperten des German Economic Team Belarus auf ihre Praxistauglichkeit und Implementierbarkeit geprüft.

Alle Vorschläge in der Studie sind praxisnah, leicht und schnell implementierbar. Auf der Top10-Liste der Reformen, die vergleichsweise schnelle Erfolge versprechen, stehen unter anderen:

  • Beschleunigung der Mehrwertsteuerrückerstattung bei Warenlieferungen nach Belarus:Derzeit erfolgt die Rückerstattung erst nach 60 Tagen, selbst wenn die Waren in Belarus verkauft und erneut versteuert wurden. Dies belastet die Liquidität von Importeuren unnötig.
  • Anerkennung von Rechnungen als Grundlage für die Berechnung von Warenwerten durch den Zoll: Zur Zeit müssen noch umfangreiche Ordner für jede Lieferung eingereicht werden, was den Handel stark verkompliziert.
  • Aufbau einer elektronischen Datenbank für alle Gerichtsentscheidungen:Zur Zeit ist es für Unternehmen oft schwierig, einzuschätzen, wie rechtliche Regelungen durch die Gerichte interpretiert werden.
  • Vereinfachung der Regelungen und Verlängerung der Maximaldauer von Arbeitserlaubnissen: Derzeit brauchen ausländische Mitarbeiter verschiedene Genehmigungen, die umständlich zu beantragen und zumeist auf ein Jahr begrenzt sind. Durch Konsolidierung der Genehmigungen und Verlängerung der Genehmigungen würden Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen entlastet.

„Unsere Studie soll einen Beitrag zur Steigerung der Investitionen und des Wachstums in Belarus liefern. Eine nachhaltige Stärkung des Geschäftsklimas erreicht man nur, indem man auch die Vielzahl von praktischen Problemen für Unternehmen löst. Unsere Studie zeigt 35 solche Probleme und deren Lösungen auf“, sagt Robert Kirchner, stellvertretender Teamleiter des German Economic Team Belarus.

„Zehn Vorschläge eignen sich besonders für eine schnelle Umsetzung, da sie sehr leicht zu implementieren sind und schnell positive Auswirkungen auf das Geschäftsklima hätten. Die Vorschläge würden zu einer deutlichen Entbürokratisierung, mehr Transparenz im Rechtssystem und einer Vereinfachung der gerade für ausländische Firmen sehr wichtigen Beschäftigung von Ausländern führen“, so Robert Kirchner.

Kennzahlen der belarussischen Wirtschaft

  • Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2018 um 3,0% gestiegen; 2019 sinkt das Wirtschaftswachstum aufgrund externer Faktoren auf nur 1,8%.
  • In 2020 wird eine Verlangsamung des BIP-Wachstums auf 1,3% prognostiziert.
  • Ohne weitere Reformen dürfte das mittelfristige Wachstum auf rund 2% pro Jahr begrenzt bleiben.
  • Der Handelsumsatz zwischen Deutschland und Belarus ist im vergangenen Jahr um 6,3% auf rund 2,1 Mrd. EUR angestiegen.
  • Deutschland exportierte im Jahr 2018 Waren im Wert von 1,5 Mrd. EUR in das Land (+3%). Die Importe aus Belarus stiegen auf 0,6 Mrd. EUR (+17%).
  • Beim Gesamtbestand von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Belarus belegt Deutschland Platz sechs.

Quelle: German Economic Team Belarus, Belstat, Nationalbank der Republik Belarus

Link zur Studie: https://www.get-belarus.de/wordpress/ps_01_2019_improving-the-business-climate_boosting-private-investment/

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