28. GET-Informationsveranstaltung im BMWE – Einblicke in unsere aktuelle Beratung in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien
Am 22. Januar fand die 28. Ausgabe der Informationsveranstaltung des German Economic Teams (GET) im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) statt. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe geben wir regelmäßig Einblicke in unsere aktuelle Beratungsarbeit in den Projektländern. Diesmal standen unsere aktuellen Beratungsaktivitäten in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien im Fokus.
Die Veranstaltung begann mit einem umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage in Albanien durch GET-Teamleiter Dr. Ricardo Giucci. Dort wirkt sich der anhaltende Tourismusboom weiterhin positiv auf die makroökonomische Entwicklung aus. Steigende Dienstleistungsexporte waren zentral für das solide BIP-Wachstum der letzten Jahre. Gleichzeitig führten sie, zusammen mit anderen Faktoren wie hohen FDI-Zuflüssen, zu einer Aufwertung des albanischen Lek und damit zu einer Verringerung der Inflationsrate. Unser Experte für Investitionsförderung, Björn Vogler, stellte darauf aufbauend Empfehlungen zur Förderung ausländischer Direktinvestitionen auf Basis unserer Zielgruppenanalyse vor.
Auch Kosovo verzeichnete ein solides Wirtschaftswachstum, jedoch stiegen gleichzeitig Inflation und Leistungsbilanzdefizit. Letzteres erhöhte sich insbesondere aufgrund höherer Stromimporte infolge von Kraftwerkausfällen, wie Länderkoordinator Felix Schwickert ausführlich erläuterte. Um langfristig die Stromversorgungssicherheit zu verbessern, wurde Kosovos bislang fester Strompreis im Juni 2025 teilweise liberalisiert. Jente Mork aus dem Energie- und Klimateam erläuterte die Auswirkungen der Preisliberalisierung und stellte Politikempfehlungen vor, um die Marktöffnung effektiv zu flankieren.
In Nordmazedonien wird das Wirtschaftswachstum vor allem durch eine expansive Fiskalpolitik sowie steigenden Privatkonsum infolge höherer Löhne und Renten getragen. Die hohen Staatsausgaben haben jedoch auch negative Auswirkungen, wie Länderkoordinator Sebastian Staske ausführte. So wurde zuletzt eine hohe Inflationsrate verzeichnet und das Haushaltsdefizit soll auch 2026 recht hoch bleiben. Dr. Ricardo Giucci präsentierte anschließend die Ergebnisse der GET-Studie zum Investitionsklima mit Reformvorschlägen in den Bereichen Privatsektorentwicklung, Verwaltung, Rechtsrahmen und Steuersystem.
Im Anschluss verglich Felix Schwickert das Investitionsklima der drei Länder. Er resümierte, dass in Nordmazedonien insbesondere das hohe Haushaltsdefizit das Investitionsklima belastet, während in Albanien und Kosovo ungeklärte Landrechte, fehlende Gewerbeflächen sowie Defizite im Datenschutz zentrale Herausforderungen darstellen. Sebastian Staske ergänzte den Ländervergleich und stellte die Ergebnisse unserer Analysen zu den potenziellen Kosteneinsparungen durch die SEPA-Integration vor. Seit Oktober 2025 werden in Nordmazedonien und Albanien SEPA-Überweisungen angeboten, auch Kosovo plant einen Beitritt ins SEPA-System. Die Länder können mit Kosteneinsparungen zwischen ca. 50 und 70 Mio. EUR pro Jahr rechnen, wobei Albanien das höchste Einsparpotenzial aufweist.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Beiträge und dem BMWE für die sehr gute Organisation. Insbesondere danken wir Nina Wunderlich, Unterabteilungsleiterin für Europa: EU-Wirtschaftspolitik, Binnenmarkt, Bilaterale Beziehungen, EU-Twinnung (EB) im BMWE, für die Einführung; Norbert Schultes, Referatsleiter EB6 im BMWE, für die Moderation; und Dr. Malte Hauschild, Referatsleiter EB5 im BMWE, für das Schlusswort.
Umfassende Einblicke zu den vorgestellten Themen finden Sie in unseren aktuellen Wirtschaftsausblicken: