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29. GET-Informationsveranstaltung des BMWE – Überblick und Einordnung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Armenien und Georgien

Welche Auswirkungen hat der Iran-Konflikt auf die Länder des Südkaukasus? Am 17. Juli informierte das German Economic Team darüber bei seiner 29. Informationsveranstaltung. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe geben wir regelmäßig Einblicke in unsere aktuelle Beratungsarbeit in den Projektländern. Diesmal lag der Schwerpunkt auf den wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Armenien und Georgien.

Die Veranstaltung begann mit einem Überblick über die globalen wirtschaftlichen Folgen des Konflikts durch den Leiter des GET-Teams, Dr. Ricardo Giucci. Er hob hervor, dass der Anstieg der Ölpreise weltweit Inflationsdruck ausübt und gleichzeitig die Wachstumsaussichten in vielen Volkswirtschaften schwächt.

Vor diesem Hintergrund konzentrierte sich die Diskussion auf die verschiedenen Dimensionen, auf die sich der Konflikt auswirkt, sowie auf das Ausmaß, in dem Armenien und Georgien diesen externen Schocks ausgesetzt sind.

Dmitry Chervyakov stellte die Ergebnisse für Armenien vor. Der Iran-Konflikt sorgt zwar für zusätzliche Unsicherheit, doch wird erwartet, dass sich das Wirtschaftswachstum des Landes nur moderat verlangsamen wird. Die direkten Auswirkungen der höheren globalen Energiepreise bleiben begrenzt, da die Erdgasimporte aus Russland im Rahmen von Festpreisvereinbarungen erfolgen. Am stärksten wirkt der Konflikt auf die Inflationsrate, was sich in höheren Kraftstoff- und Importkosten widerspiegelt. Die Handels- und Verkehrsverbindungen durch den Iran sind bislang weiterhin funktionsfähig, auch wenn Unternehmen zunehmend nach alternativen Routen suchen, um Risiken zu mindern. Derzeit wird weder mit einem nennenswerten Zustrom von Flüchtlingen noch mit größeren Störungen der inländischen Wirtschaftstätigkeit gerechnet.

Anschließend stellte Sebastian Staske die Analyse für Georgien vor. Die direkten Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum dürften begrenzt bleiben, gestützt durch eine starke Binnennachfrage und ein robustes Wachstum in Sektoren wie Informations- und Kommunikationstechnik und Bildung. Wie in Armenien federn Festpreisverträge für Erdgas die Auswirkungen steigender Energiepreise ab, obwohl die Importe von Erdölprodukten teurer geworden sind. Dennoch wird ein stärkerer Inflationsdrucks erwartet, der hauptsächlich auf höhere Transport- und Kraftstoffkosten zurückzuführen ist. Der Tourismus bleibt der am stärksten gefährdete Sektor, sollte die regionale Instabilität anhalten, während eine starke zugrunde liegende Wachstumsdynamik einen Großteil der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen voraussichtlich ausgleichen wird.

Die Vorträge kamen zu dem Schluss, dass die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts sowohl für Armenien als auch für Georgien beherrschbar erscheinen. Bestehende Energieversorgungsvereinbarungen und widerstandsfähige inländische Wachstumsmotoren bieten wichtige Puffer gegen externe Schocks. Gleichzeitig bleiben eine höhere Inflation und zunehmende Unsicherheit zentrale Risiken, insbesondere wenn der Konflikt über einen längeren Zeitraum andauert.

Wir möchten uns bei allen Teilnehmern für die konstruktive Diskussion und rege Interesse bedanken.

Weitere Einblicke in das Thema finden Sie in unseren aktuellen Policy Briefings und im Economic Monitor: